Pablo Picasso
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1900 - Das Bild zeigt einen Mann und eine Frau. Der Mann versucht dieFrau mit Gewalt zu küssen und hält sie fest an sich mit einer Hand gedrückt. Mit der anderen Hand über dem Kleid berührt er ihre enitalien. Die Szene ist ganz einfach dargestellt. Aber der Ausdruck und die Brutalität des Verlangens dieses Mannes sind unglaublich stark. Die Frau versucht sich mit ihren beiden Händen gegen den Mann zu wehren und von ihm freizukommen, aber sie schafft es nicht, da er die Gewalt über sie hat. Den Schrei dieser Frau kann man hören.
Picasso hat den unteren Teil des Kleides in Rot gemalt. Damit versucht er diese Szene zu erotisieren und zu dramatisieren. Die gesamte Komposition dieses Bildes erinnert an eine Komposition (das Tanzpaar) von dem Maler Renoir. Nur bei Renoir war die Szene friedfertig und schön. Aber die Komposition hat Picasso beeinflußt und die Darstellung in einer Brutalität für dieses Bild übernommen.
1965 - Wer Pablo Picasso und seine Lebensart kennt, darf sich nicht wundern, wie nah er an den Scham der Frauen herantritt. Picasso war von den Frauen sehr erotisiert und sexuell besessen. Deshalb war dieses Thema "Frauen, Erotik und Sexualität" fast immer im Mittelpunkt seines Schaffens.
Die pinkelnde Frau von 1965. Hier hat Picasso wieder ein Thema in einem Bild gezeigt, wo eine Frau am pinkeln ist. Trotz der Modernen Malerei ist das Bild so plastisch dargestellt, daß es dem Betrachter so vorkommt, als ob er die Frau in einer Stellung sieht, die real ist. Es sind die Scheide, die Schamhaare und der fließende Urin der Frau so real zu erkennen, daß der Betrachter erotisiert wird. Die Komposition dieses Bildes von Farben und Linien ist ganz einfach gestaltet, aber der Ausdruck dieses Bildes ist meisterlich gemalt. Kubismus bis Realismus.
Pablo Picasso, eigentlich Pablo Ruiz Picasso, geboren in Malaga, 25. Oktober 1881; gestorben in Mougins (Alpes-Maritimes) am 18. April 1973; spanischer Maler, Graphiker und Bildhauer.
Picasso besuchte die Kunstakademie in Madrid; Ende der 1890er Jahre Aufenthalt in Barcelona, seit 1904 in Paris. 1901-04 ("Blaue Periode") verarbeitete er in seinen Bildern menschlichen Elends Einflüsse vor allem von Toulouse-Lautrec, Daumier und Gaugin ("Das Leben", 1903, leveland, Museum of Art); - Übergang zur weniger einheitlichen "Rosa Periode" (1905-07).
Im Mittelpunkt stehen zunächst Motive aus der Welt des Zirkus ("Akrobat mit Kugel", 1905; Moskau, Puschkinmuseum), dann Akte und Portraits. Die Auseinandersetzung mit iberischer Plastik, mit der Kunst der Naturvölker und mit Cézanne (1907) ließ die Beschäftigung mit Formenproblemen an die Stelle psychologischer Thematik treten ("Les Demoiselles d'Avignon, 1907; New York, Museum of Modern Art).
Gemeinsam mit G. Braque beschäftigt sich Picasso in der Folgezeit, alles Gegenständliche auf eine organisierte Struktur einfacher geometrischer Formen zurückzuführen. Diesem analytischen Kubismus folgt ab 1912 der synthetische Kubismus, der bedeutungsfreie Form- und Farbelemente, besonders eingeklebte Materialien (Collage), verwendet ("Stilleben mit Flechtstuhl", 1912; Nachlaß bzw. Puschkinmuseum Paris).
1915 Aufgabe der kontinuierlichen Stilentwicklung; Picasso verarbeitet verschiedene naturalistisch, geometrische Stilrichtungen und kombiniert dann vorhandene Themen und Formen. Nachhaltige Impulse erhielt Picasso in seinem Kontakt zu den Surrealisten, an deren Ausstellung er sich nach 1925 beteiligte. Die hier eröffnete Möglichkeit zur Verschlüsselung mythischer Überhöhung psychischer Erfahrungen erweiterte die Ausdruckskraft in Picassos Werk ("Minotauromachie", Radierungen, 1935); Höhepunkt dieser Entwicklung ist das für den spanischen Pavillon der Weltausstellung 1937 geschaffene Werk "Guernica" (Madrid, Centro de Arte Reina Sofia, entstanden aus der Erschütterung über die Zerstörung der baskischen Stadt durch die Legion Condor. Auch mit dem Plakat der "Friedenstaube" (1949) nahm Picasso (seit
1944 Mitglied der kommunistischen Partei Frankreichs) zum politischen Geschehen Stellung.
In Südfrankreich experimentierte er mit Lithographie, Linolschnitt, Keramik. Sein ebenfalls bedeutendes plastisches Schaffen (kubistische Köpfe; Konstruktionen, Materialbilder, durchbrochene Figuren und Assemblagen) gab Picasso selten für Ausstellungen frei.
In den letzten 25 Jahren seines Lebens variierte er in seiner Malerei und Graphik in Reihen, Serien und Metamorphosen historischer Vorbilder (Delacroix, Velázquez, Manet) und Motive der eigenen Bildwelt in unerschöplicher Wandlungsfähigkeit. Picasso gilt als ein Wegbereiter und einer der wichtigsten Repräsentanten der modernen Malerei des 20. Jahrhunderts. (Meyers Neues Lexikon)
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