Scheibe's Web-Wahnsinn
In der Sex-Falle
Diese Spuren hinterlassen Sie im Web
Jeder Mann schnuppert gerne in "verbotenen" Internet-Bereichen,
wenn er am Rechner sitzt und online ist. Beim Ausschalten des Rechners
glaubt so mancher Familienvater oder Angestellte daran, daß seine
frivolen Aktivitäten unbemerkt bleiben. Denkste.
Hinter verschlossenen Türen füttern Männer
die verschiedenen Indexdienste im Internet gerne mit Suchbegriffen wie
"Sex" oder "Erotik". Wenn die eigene Ehefrau vor
dem Fernseher eingeschlafen ist oder der Chef in einer Besprechung weilt,
dann verlustieren sich weltweit über zehn Millionen Männer
täglich in den einschlägigen Sexforen im World Wide Web
diese Zahl spucken jedenfalls die Counter einiger Indexdienste aus.
Diese hohe Zahl der Web-Sextouristen basiert sicherlich auf dem Umstand,
daß die Surfer der Anonymität des Netzes vertrauen. Im Dunkeln
sieht dich niemand surfen. Von wegen. Gewiefte Ehefrauen oder Chefs,
die am Rechner eines Web-Erotomanen Platz nehmen, haben unzählige
Möglichkeiten, auch offline gezielt den Weg nachzuvollziehen, den
der Surfer zuvor im Netz eingeschlagen hat. Welche Befehle aufzurufen
sind, um einem zumindest optisch untreuen Ehemann nachzuspüren,
erzählen wir Ihnen ebenso wie die Befehle, die alle betroffenen
Männer aufrufen müssen, um ihre Spuren geschickt zu beseitigen.
Um die Angelegenheit zu vereinfachen, gehen wir beim Browser vom Netscape
Navigator 4.5 deutsch aus, der in den Top-15 auch auf unserer Heft-CD
vorliegt.
Vorsicht bei den Bookmarks
In den USA gab es unlängst den Fall einer interessanten Scheidung.
Der Mann hatte seine Frau seit Jahren nicht mehr angefaßt, ihr aber
gleichzeitig beteuert, er habe generell das Interesse am Sex verloren.
Damit konnte sie leben. Bis sie eines Tages an seinem Rechner Platz nahm
und im Adreßbuch des Browser dutzende von URLs vorfand, die auf
härteste Pornoseiten verwiesen.
Merke: Man speichert seine Lieblingsadressen aus dem
Sex-Webdorado im Kopf, nicht aber im Adreßbuch seines Browsers.
Auf gar keinen Fall.
Aufräumen: Wählen Sie im Browser-Fenster den Befehl Lesezeichen
/ Lesezeichen bearbeiten. Markieren Sie dann alle Erotik-Links und
drücken ENTF, um sie zu löschen.
Vorsicht bei den Verlaufslisten
Was viele Surfer gar nicht wissen: Alle Adressen, die Sie manuell in den
Browser tippen, werden in einer Verlaufsliste gespeichert, die Sie per
Klick auf den Pfeilbutton im Feld Adresse öffnen können.
Zu dumm, wenn diese Liste Adressen wie www.sex.de oder www.titten.de aufweist.
Was diese Adressen an dieser Stelle zu suchen haben, das können Sie
dem ansonsten begriffstutzigen Chef kaum verständlich machen.
Aufräumen: Wählen Sie nach dem Surfen den Befehl Bearbeiten
/ Einstellungen. Auf der linken Seite steuern Sie die Ebene Navigator
an und drücken rechts den Button Adreßleiste löschen.
Jetzt werden alle Einträge aus der Verlaufsliste entfernt. Perfekt.
Wieder eine Fußspur verwischt, die mitten ins Rotlichtmilieu des
Internets weist.
Vorsicht bei den Gehe-zu-Hotkeys
Dumm gelaufen. Der Browser merkt sich die fünf zuletzt aufgerufenen
Web-Seiten in einer Liste, die mit dem Befehl Gehe geöffnet
wird. Per Hotkey lassen sich diese Seiten besonders leicht aufrufen. Klar,
daß auch an dieser Stelle Erotikseiten gelistet werden, die gerade
erst besucht worden sind.
Aufräumen: Besuchen Sie am Ende eines Erotiktrips stets fünf
so harmlose Seiten wie www.kress.de, www.phantastik.de, www.dilbert.com,
www.bastei.de und www.stern.de, um die verdorbene Liste mit politisch
korrekten Adressen zu überschreiben. Das war doch sehr einfach.
Vorsicht mit der History
Auch das dürfte eine echte Überraschung für viele Freizeit-Surfer
sein. Browser wie der Netscape Communicator merken sich ganz genau, welche
Seiten der Anwender in den letzten Stunden und Tagen besucht hat. Und
speichert dieses oftmals verfängliche Protokoll in einer Art "History."
Dieses Protokoll rufen Sie mit dem Befehl Communicator / Extras / History
auf.
Die History listet akribisch und sortiert nach der Spalte "zuletzt
aufgerufen" mehrere Impressumrmationen zu den besuchten Seiten. So kann
jeder den Namen der Homepage und die dazugehörende URL abfragen.
Zusätzlich zeigt das Protokoll an, wann die Seite das allererste
Mal besucht wurde und wie oft Sie eine bestimmte Homepage bereits abgefragt
haben. Im Zweifelsfall kommt dabei heraus, daß Sie die Seite "So
jung und schon so verdorben" bereits seit Wochen zig mal aufgesucht
haben. Da die History seine Spionagedienste vielleicht bereits seit Monaten
unbeachtet ausgeführt hat, finden viele Ehefrauen beim Nachspüren
heraus, daß ihr Ehemann vielleicht seit Ewigkeiten jeden Abend ein
Verhältnis mit einer Pornoseite im Internet hat. Zum Glück verfällt
die History von Hause aus nach neun Tagen dieser vorgegebene Wert
läßt sich aber von mißtrauischen Ehefrauen leicht editieren.
Aufräumen: Es ist zum Glück ganz einfach, dieses in
Männeraugen viel zu akribisch geführte Protokoll wieder zu beseitigen.
Nach dem Surfen öffnen Sie die Liste, markieren alle Einträge
mit STRG+A und löschen sie dann mit ENTF. Zwei Handgriffe
und die History ist Vergangenheit.
Vorsicht mit dem Browser-Cache
Jeder Web-Browser legt auf der Festplatte ein Verzeichnis für den
Cache an. In diesem Cache werden automatisch alle Dateien abgelegt, die
der Browser zur Anzeige bringt. Das macht Sinn, denn bei einem erneuten
Besuch einer Homepage kann der Browser nun einzelne Teile der Seite bequem
aus dem Cache heraus laden und muß sie nicht erneut übertragen.
Das bedeutet aber auch, daß alle Sexbilder im Cache
landen und hier nur dann wieder gelöscht werden, wenn der Browser
den Cache alle paar Tage von sich aus leert. Man kann dem Chef oder der
eigenen Frau sicherlich gut erklären, daß man irgendwie ein
dutzend mal völlig aus Versehen auf einer Sexseite gelandet ist.
Eine Entschuldigung angesichts von mehreren hundert Pornofotos im Cache
fällt uns allerdings nicht ein. Und mit einem passenden Shareware-Programm
wie ACDSee (auf der Heft-CD in den Top-15) ist es nun einmal gar kein
Problem, gezielt nur die Bilder im Cache-Ordner zu sichten.
Aufräumen: Wählen Sie nach dem Surfen den Befehl Bearbeiten
/ Einstellungen. Auf der linken Seite steuern Sie die Ebene Erweitert/Cache
an und drücken rechts den Button Festplatten-Cache löschen.
Jetzt werden alle Dateien im betreffenden Ordner gelöscht.
Wer sich diese Arbeitsschritte nach dem Stöbern
in Web-Sexdepots angewöhnt, dem kann niemand so schnell auf die Schliche
kommen.
Ein Bericht von Carsten Scheibe, www.typemania.de
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