Internet
Kinderschutz im Internet
Wie es um den Kinderschutz im Internet bestellt ist,
wie Sie Kinderpornoseiten im Web melden können und was es mit den
Adult Verification Systemen auf sich hat, erfahren Sie auf diesen Seiten.
Sex im Internet, das ist ja schön und gut, wenn
es da nicht noch die Kinder gäbe. Die freuen sich erst hämisch,
wenn sie beim Surfen zwischen Disney und Sesamstraße "aus Versehen"
eine einschlägige Sexseite erwischt haben, und bekommen dann plötzlich
Alpträume, wenn sie das Gesehene nicht verkraften können. Das
erklärte Ziel Nummer eins für 1999 ist es demnach für alle
ernstzunehmenden Web-Surfer, das Netz kindersicher zu machen. Ansätze
gibt es bereits zur Genüge, sie müssen nur noch umgesetzt werden.
Netz gegen Kinderporno
Es gibt nichts, was es im Internet in punkto Sex und Porno nicht zu sehen
gibt. Selbst Sex mit Toten oder Sex mit Tieren ist stets nur einen Mausklick
von der Ansicht im Web-Browser entfernt. Von allen Perversionen sind allerdings
die Kinderpornos am schlimmsten. Viele Pädophile nutzen das Netz
als für sie noch gefahrlosen Umschlagplatz für perverse Sexfotos,
die die Kleinsten unter uns zeigen, die sich noch nicht wehren können.
Anwender, die rein zufällig auf Fotos dieser Art stoßen, machen
sich theoretisch bereits strafbar, weil der Besitz von Kinderpornographie
in Deutschland verboten ist und Bilder, die man sich im Netz angesehen
hat, wandern automatisch ins Cache-Verzeichnis des Browsers und gehen
somit in den direkten Besitz des Surfers über. Damit es der Web-Gemeinde
möglich ist, durch Zufall aufgespürte Kinderporno-Seiten zu
melden, ohne selbst gleich angeklagt zu werden, haben Heise Online, Spiegel
Online, Stern Online, der Deutsche Kinderschutzbund und das Forum ImpressumrmatikerInnen
für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FifF) die Aktion
"Netz
gegen Kinderporno" gegründet. Sie klärt nicht nur
online auf, sondern stellt auch ein Web-Formular zur Verfügung, mit
dem man anonym und online Porno-Seiten verpetzen kann. Die Journalisten
geben die gemeldeten Seiten an die Kripo weiter und schützen die
Daten der Netzschnüffler mit ihrem Zeugnisverweigerungsrecht.
Ein ähnliches Meldeformular steht auch bei Save-Our-Kids
zur Verfügung. Weiterführende Impressums zum Thema Kinderpornographie
im Internet sind demnächst auf den Seiten der "Aktion
gegen Kinderporno" zu finden.
Eltern schützen ihre Kinder
Sex
im Internet das ist auch 1999 noch ein Wirtschaftsfaktor mit enormen
Wachstumspotential. Jedes Kleinkind ist aber dummerweise dazu in der Lage,
sich in wenigen Minuten mit der harten Pornographie einzudecken, die aus
der Telefonleitung kommt. Nun sind Kinder und Jugendliche ganz bestimmt
nicht auf die Bilder vorbereitet, die der Browser da in vielen Fällen
ausspuckt. Um einem ersten Trauma im zarten Pflänzchen Mensch vorzubeugen,
werden viele Eltern präventiv tätig. Sie installieren eine Schutz-Software,
die alles daran setzt, den Kindern gezielt den Zugang zu den einschlägigen
Sexseiten zu sperren.
Bekannte Schutzprogramme sind etwa SurfWatch
3.0 (http://www.surfwatch.com) oder die NetNanny.
Die Nanny verhindert u.a. den Zugriff auf einschlägige Internet-Web-Seiten,
Newsgruppen und Chat-Kanäle. Zusätzlich wird verhindert, daß
Daten wie die Kreditkartennummer von Papa oder die eigene Adresse im Netz
weitergereicht werden so wird verhindert, daß getarnte Pädophile
im Chat die Daten der surfenden Kinder ausspionieren. Und durch die Blockierung
von bestimmten Wörtern und Phrasen unterbindet die Software, daß
Suchmaschinen mit Wörtern wie "Sex" oder "Erotik"
gefüttert werden.
Die einzelnen Schutzprogramme schlagen unterschiedliche
Wege ein. Der CYBERsitter
99 schafft es etwa, den Bezug von JPEG-Bildern oder ZIP-Archiven
komplett zu sperren, so daß schlimme Bilder weder angezeigt noch
als Datei bezogen werden können. Das Programm stellt außerdem
Linklisten mit "bösen" Seiten zur Verfügung, die automatisch
gesperrt werden, und liefert passend dazu Listen mit "guten"
Seiten, die kindgerecht ausfallen.
Sehr populär ist auch in Deutschland der Sittenwächter Cyber
Patrol 4.0, der von The Learning Company (hierzulande: Tewi) vertrieben
wird. Er bietet viele der bereits genannten Funktionen, richtet aber zusätzlich
noch eine Zeitkontrolle ein für jeden Tagen der Woche können
die Eltern bestimmen, wann und wie lange ihre Kinder ins Internet gehen
dürfen.
Eltern, die diese Programme einmal testen möchten, finden auf den
Homepages der Betreiber kostenlose Testversionen zum Downloaden vor.
Erotik-Anbieter ziehen sich zurück
Viele Anbieter von Erotik-Seiten möchten weder die Jugend verderben
noch Streß mit den Eltern haben sie ziehen sich völlig
freiwillig in ein abgeschirmtes Ghetto zurück. Die zur Abschottung
nötigen Adult Verification Systeme (AVS) sind erst zwei, drei
Jahre im Rennen und werden 99 noch populärer werden. Diese Systeme,
von denen es knapp drei Dutzend gibt, nennen sich etwa PornoPass, X-Ticket
oder Sex Key und gelten als Barrikade, die bei der Einwahl auf eine Homepage
zu unterbrücken ist. Nur der Anwender, der ein gültiges Paßwort
eingeben kann, darf die Seiten betreten und kann sich ganz der Erotik
hingeben Kinder müssen draußen bleiben, wenn sie nicht
gerade Papis Paßwort geknackt haben.
Eines
des bekanntesten AVS nennt sich 18Plus
und verlangt von seinen Nutznießern den Altersnachweis per Kreditkarte.
Dabei zieht der Service auch gleich 12,95 Dollar Jahresgebühren oder
34,95 Dollar für eine lebenslange Mitgliedschaft ein. Für diese
Gebühr bekommt der Surfer sofort Zugriff auf mehrere hundert Sexseiten
im Netz, die ansonsten nicht verfügbar sind sie existieren
nur im kleinen Kosmos von 18Plus. Andere AVS bieten gleich mehrere tausend
Adressen zum gleichen Preis an. 18Plus gibt allerdings über zwei
Dollar pro Mitgliedschaft an gemeinnützige Hilfsorganisationen weiter,
die sich allein um Kinder kümmern so hat wenigstens noch jemand
etwas von der Sexlust der Männer im Internet.
Hierzulande versucht das deutschsprachige AVS X-Check
das generelle Konzept aufzugreifen. Derzeit schützt das System über
5000 Seiten und kostet 2,90 Mark im Monat.
Ein Bericht von Carsten Scheibe, www.typemania.de
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