|
|
 |
 |
Tabuwörter sind ein Fundus für
Verfasser zweitklassiger Erotika. Die bekannteste viktorianische Untergrundzeitschrift,
The Pearl (»Die Perle«), war gekennzeichnet durch den
ausgiebigen Gebrauch schmutziger Wörter, die als starkes Gewürz
eingesetzt wurden, um das oft schale oder geschmacklose Gericht etwas
zu pfeffern. Das kurzlebige Magazin The Boudoir beschränkte den
Gebrauch drastischer Sprache und ist deshalb besser. In diesem gekonnt
ausgearbeiteten Stück Lohnschreiberei gebrauchen die belauschten
Liebhaber diese Sprache zu ihrem eigenen Ergötzen, so daß
der visuelle wie der auditive Voyeurismus sich für den Leser
verdoppelt. |
 |
Ich werde mich nicht bei den belanglosen Tagesereignissen
aufhalten, sondern will rasch zudem kommen, was am Abend geschah.
Ich traf dieselben Vorsichtsmaßnahmen und hatte unbemerkt meinen
Beobachtungsposten eingenommen, als Bertha und ihr Liebhaber sich
wieder einstellten. Das Vorspiel war ganz ähnlich, doch statt
danach ins Bett zu schlüpfen, sagte Bertha: »Ich habe einen
Einfall, Liebster. Laß es uns auf dieselbe Weise machen wie
an jenem Morgen im Boudoir. Hier ist es bequemer, und es wird noch
mehr Spaß machen!« |
Mit diesen Worten streifte sie ihren Morgenmantel ab,
schürzte ihr Hemdchen und legte ein großes Kissen vor den
Garderobenspiegel. Dann kniete sie sich so darüber, daß
Kopf und Arme tiefer lagen als ihre hochgestreckten Pobacken, die
in dieser aufreizenden Stellung ins Auge sprangen, den Pfad der Wonne
auftaten und ins Bild setzten.
Alfred, weit davon entfernt, müßig herumzustehen, traf
ebenfalls seine Vorbereitungen. Er hatte sein Jackett ausgezogen und
die Lampe so auf dem Boden aufgestellt, daß sie das köstliche
Bild voll ausleuchtete, das der Spiegel bis in die kleinste Einzelheit
zurückwarf. Dann setzte er sich hinter sie und begann, in sie
einzudringen. |
|
| »Oh, du kannst viel zuviel von mir sehen!«
sagte meine Tante. » Von solchen Reizen kann man nicht genug
sehen! Sieh in den Spiegel!« »Wie kann man nur so verrucht
sein!... Ah!... Er rutscht hinein! Warte einen Augenblick... Was für
ein lieber Freund du bist!« |
 |
»Und du, meine Angebetete, bist wunderschön!
Was für wunderbare Hüften! Was für ein wunderbarer
? ARSCH!«
»Oh, Alfred! Warum so ein schmutziges Wort?« »Ich
wollte dich nicht erschrecken, Liebling. Für Liebende gibt es
keine verbotenen Worte. Sie gehören sich nicht in weniger feurigen
Augenblicken, aber den süßen Liebesspielen geben sie neue
Würze. Du wirst es mir bald gleichtun und ihren Reiz verstehen.«
Während er das sagte, stieß er unausgesetzt weiter. Bertha,
in genießerischem Schweigen, bezeichnete es als unanständig,
doch sie verschlang mit gierigen Augen, was sie im Spiegel zu sehen
bekam. Ich war sprachlos, als sie ihn eine Minute später fragte:
|
| »Gefällt er dir so?« »Wer?«
»Mein ... « »Dein was?« »Mein... ARSCH!«
»Ah, Bertha, du bist einfach süß. ja, ja, ich liebe
ihn. Diesen wunderschönen Arsch. Ich vergöttere ihn!« |
 |
 |
|
|
|
|
|
 |