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Gerhard Richter

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Akt 69(*1932), deutscher Maler.
Richter wurde am 19. Februar 1932 in Dresden geboren und studierte an der dortigen Hochschule für Bildende Künste. In den fünfziger Jahren arbeitete er in verschiedenen Bereichen, u. a. als Techniker in einem Photolaboratorium und als Kulissenmaler. 1961 floh er aus der DDR und ließ sich in Düsseldorf nieder, wo er seit 1963 als Maler tätig war. 1971 wurde er als Professor an die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf berufen.
Richters Frühwerk bis 1962 war von der expressiven Abstraktion des Impressumrmel beeinflusst. Unter dem Eindruck der Pop-Art, insbesondere Roy Lichtensteins, fand Richter zu einem völlig neuen Malstil. Es entstanden Bilder in Schwarzweiß und in Grautönen, die er nach Zeitungsphotographien und Amateurphotos als Vorlagen malte. Die anfangs noch gestisch übermalten Bilder zeigten in einer seltsamen Unschärfe banale Motive (Emma - Akt auf einer Treppe, 1966), teilweise auch mit beklemmenden Motiven der jüngeren Geschichte (Stukas, 1964; Onkel Rudi, 1965, in einer nicht genau erkennbaren, aber eindeutig nationalsozialistischen Uniform). Ende der sechziger Jahre malte Richter in diesem Stil nach Luftbildern von Stadtlandschaften sowie farbige Landschaften. 1971/72 entstand nach schwarzweißen Lexikonbildern berühmter Persönlichkeiten die Serie 48 Porträts.
Seine Gemälde entstanden "ohne Stil, ohne Komposition, ohne Urteil" (Richter). Es waren "Allerwelts-Bilder" von einer verstörenden Nichtigkeit, die Bedeutung ihrer Sujets war merkwürdig ambivalent und entzog sich jeder Festlegung. "Malerei ist die Schaffung einer Analogie zum Unanschaulichen und Unverständlichen, das auf diese Weise Gestalt annehmen und verfügbar werden soll. Deshalb sind gute Bilder auch unverständlich", kommentierte Richter 1970 seine Kunst. 1963 prägte Richter zusammen mit Konrad Lueg anlässlich einer Ausstellung den Begriff des "kapitalistischen Realismus".
In den siebziger Jahren malte Richter "Farbfelder" und "Farbtafeln" (1024 Farben, 1973) aus zufällig ausgewählten und in Reihen angeordneten Farbquadraten, Bilder mit "vermalten" stumpfen Mischfarben sowie monochrome "Grau-Bilder". 1976 vollzog sich in Richters Malerei wiederum ein abrupter Wechsel. Nun entstanden oft großformatige, ungegenständlich-abstrakte Gemälde mit einer intensiven Farbigkeit und mit pastosen Spachtelspuren sowie schrundigen, aufgerissenen Farbschichten, welche die Materialität der Farbe betonen. Auch während dieser bis heute dauernden Periode malte Richter immer wieder Photobilder, so die farbige Stilllebenserie mit Kerzen und Totenschädeln. Eine eindringliche Form des zeitgenössischen Historienbildes schuf Richter 1987/88 mit dem Zyklus 18. Oktober 1977, das den Tod der Mitglieder der RAF ("Rote-Armee-Fraktion", siehe Baader-Meinhof-Gruppe), Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe, in der Vollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim darstellt.
Seit 1972 sammelt Richter Photographien, darunter die Vorlagen zu seinen Photobildern. Diese riesige Sammlung meist vollkommen banaler Motive bildet ein eigenes Werk unter dem Titel Atlas (Galerie im Lenbachhaus, München)



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