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Karl Schmidt-Rottluff
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(1884-1976),
eigentlich Karl Schmidt, deutscher Maler, Graphiker und Bildhauer,
einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Expressionismus.
Er wurde am 1. Dezember 1884 in dem Ort Rottluff (heute zu Chemnitz
gehörend) geboren. 1905 begann er in Dresden ein Architekturstudium,
das er jedoch schon bald aufgab, um Maler zu werden. Gemeinsam
mit Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel gründete er hier
im gleichen Jahr die " Brücke ". 1911 übersiedelte
er nach Berlin, wo er unter den Nationalsozialisten 1937 für
"entartet" erklärt und ab 1941 mit einem Verbot
künstlerischer Tätigkeit belegt wurde. Nach dem 2. Weltkrieg
wurde er an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin
berufen (1947-1954).
Ab 1910 fand Schmidt-Rottluff zu seinem charakteristischen, expressiven
Stil, der durch starke, plakative Farbkontraste und einfache Linien
in der Nähe zum Kubismus gekennzeichnet ist (z. B. der Doppelakt
In der Dämmerung, 1912, Privatsammlung, oder das Bildnis
der Rosa Schapire, 1911, Brücke-Museum, Berlin). Seinen kantigen,
von der "primitiven" afrikanischen Kunst beeinflussten
Stil, trieb er in den Holzschnitten, die er als Grafiker schuf,
weiter voran, so vor allem in dem bedeutenden Zyklus über
das Leben Christi (1919). Nach 1920 schwächte er den expressiven
Gestus und die Farbigkeit seiner Gemälde vorübergehend
ab (Rittersporn am Fenster, 1922, Wallraf-Richartz-Museum Köln).
Einen depressiven Unterton tragen die nach 1933 entstandenen Arbeiten,
vorwiegend Aquarelle und Tuschmalereien. Auch nach 1945 fand er
nicht mehr zu der kraftvoll-sinnlichen Malerei der Anfangsjahre
zurück. Schmidt-Rottluff starb am 10. August 1976 in Berlin.
Als Vertreter des Expressionismus liebte es Schmidt-Rottluff,
reine Farben auf die Leinwand zu bringen, die er mit einem trockenen
Pinsel breit verstrich. Der Gegenstand - hier "Mädchen
bei der Toilette" aus dem Jahr 1912 - musste sofort bildwirksam
sein, d.h. ohne realistische Details. Bevorzugte Motive der Expressionisten
wie Schmidt-Rottluff (übrigens ein Künstlername) waren
in dieser Phase Aktstudien in üppiger Landschaft, gegenseitige
Portraits oder spielende Kinder. Hier ein vielbeachteter Akt der
sich waschenden Frau, das hellblaue Handtuch bildet einen besonderen
Kontrast zu den übrigen Farben, zum Körper des Mädchens.
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