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einem Porträt, das seine Frau von ihm gemacht hat, trägt er Stöckelschuh
und Hut. Der Fotograf Helmut Newton lächelt den Betrachter gelassen an, als
wisse er mehr als andere. In diesem Jahr wird er 81 Jahre alt. Mit seinen Fotografien,
die Inszenierungen sind und "Sex wollen, nicht Erotik", scheidet Newton
nach wie vor die Geister. Die einen sehen ihn als Revolutionär, die anderen
verachten seine Arbeiten, weil sie sie frauenfeindlich finden. |
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der Suche nach der eigenen Bild-Sprache 1938 muss die Familie Newton aus
Nazi-Deutschland fliehen. Die Eltern und der Bruder gehen nach Südamerika,
der damals 18-jährige Helmut macht sich auf den Weg nach Singapur. Für
Newton folgen unstete Jahre, viele Reisen. Über diese Zeit schreibt der stern
: "Es ist auch die Zeit der Unzufriedenheit, die Suche nach der eigenen Bild-Sprache.
Um zu überleben, knipst er für eine Hand voll Dollar alles, was ihm
vor die Linse kommt: Hochzeiten, Kindstaufen, Passfotos, Baby-Leibchen, Strickwaren.
Jahrelang übt er sich im Klinkenputzen, wohnt in düsteren Löchern,
trinkt billigen Rotwein, raucht wie ein Schlot - und leistet sich einen weißen
Porsche mit roten Ledersitzen." Erste Kamera vom Taschengeld Obwohl
Newtons Akte an der Oberfläche bleiben, provozieren sie in ihrer Kälte.
Bei einigen möchte man empört einschreiten, bei anderen schockiert wegsehen.
Seine erste Begegnung mit der Fotografie schildert Newton so: "Eines Tages
im Jahr 1932, als ich zwölf Jahre alt war, ging ich in eine Art Tante-Emma-Laden
in Berlin und kaufte mir von meinem Taschengeld eine Kamera. Es war eine Zeiss
Box Tengor für 3,50 Mark, inklusive einer Filmrolle. Ich weiß immer
noch nicht, warum ich das getan habe." Doch als seine schulischen Leistungen
zu wünschen übrig lassen, schließt seine Mutter die Kamera weg
und setzt Nachhilfestunden an. | 

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1948
heiratet Newton die Schauspielerin June Brunell in Melbourne. Die gebürtige
Australierin ist für ihn nicht nur Ehefrau, sondern auch Managerin. Anfangs
verbietet Helmut ihr, eine eigene Fotografenkarriere unter dem Namen Newton zu
beginnen, aus Furcht, sie ruiniere den Namen. Doch er täuscht sich in ihren
Fähigkeiten, denn unter dem Pseudonym Alice Springs macht seine Frau eine
beachtliche Karriere als Fotografin, während der sie nicht nur das Hut-und-Stöckelbild,
sondern auch andere, sehr gelungene Porträtstudien von Helmut macht. |
| Nackte
Obsessionen Als Newton sich mit Anfang vierzig in Paris niederlässt,
beginnt seine "richtige" Karriere als Modefotograf. Die französische
"Vogue" druckt seine Bilder, auf denen er sich in bis dato unbekannter
Manier einer sexuellen Detailversessenheit und nackten Obsessionen widmet. Wenn
Newton Porträts macht, interessieren ihn nur drei Kategorien Mensch: "solche,
die ich liebe, solche, die ich verehre, und solche, die ich hasse." |
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