St. Pauli: Der Traum von Sex und Geld ?

Noch vor 10, 20 Jahren war St.Pauli heruntergekommen zum reinen Rotlichtviertel, wo ein aufrechter Hamburger nicht hinging und schon gar nicht hinzog. Doch dann verwandelte sich der Kiez. Das frivole Aroma lockte erst Theater wie das Schmidt, später zogen Clubs, Restaurants, Diskotheken nach und machten St.Pauli wieder zu einem Amüsierdampfer wie vor 100 Jahren: der auf allen Etagen das Publikum nach St.Pauli saugt, vom rot-schummrigen Unterdeck, den Salons für ausgefallene Kapellen bis hin zum Oberdeck der Musicalbühnen.


Vorm Hans-Albers-Platz stehen sich die Steigenmädchen heute oft vergebens die Beine in den Bauch, während die Inserate der "Modelwohnungen" viele Spalten der städtischen Boulevardblätter füllen. Auch in der Herbertstraße, diesem Terrarium der Wollust, in dem die Körperteile zu mieten, aber nie als ganzer Mensch zu haben sind, treiben weniger Männer als früher an den Fenstern vorbei. Sie wollen schlichten Sex, aber auch die seltsamsten Dinge: Anna, 23 und seit vier Jahren dabei, zahlte einer 300 Mark dafür, dass "ich mich obenrum auszog und wir Armdrücken machten. Sonst nichts, da war er glücklich."
St.Pauli mag einer der ärmsten Stadtteile Hamburgs sein, mag dreimal so viele Straftaten und doppelt so viele Sozialhilfeempfänger verzeichnen wie der Rest Hamburgs. Aber an vielem ist er reich, und nicht zuletzt an Glauben, Träumen, Utopien. Er habe zu kämpfen, sagt Pastor Martin Paulekun von der evangelischen St.Pauli-Kirche, mit Drogensucht, Vandalismus, und nach jedem Hafengeburtstag müsse die oberste Sandschicht vom Spielplatz abgetragen werden.

Aber dann habe er vor ein paar Jahren, als die Gemeinde fast pleite war, gemerkt, "wie sehr doch alle zusammenhalten". Selbst die Strip-show-Könige haben für seine Kindertagesstätte gespendet, und zu Weihnachten lässt Henning Schneidereit, der "Safari"-Besitzer mit Monokel am Goldkettchen, für eine Seniorengala die Tische auseinander rücken, damit auch Omchen mit der künstlichen Hüfte durchkommt.

Zeit für einen original Hamburger Witz:

Klein-Erna und Fietje sitzen auf einer Parkbank beim Bismarckdenkmal. Die Lichter spiegeln sich in der Elbe, Musikfetzen dringen an's Ohr, da flüstert Klein-Erna: "Sag mal Fietje, willst Du mal sehen wo ich am Blinddarm operiert worden bin?" "Oh, ja!", er ist begeistert!
"Da drüben im Hafenkrankenhaus".

Einige Links..:

24 Stunden Reeperbahn nonstop...
Ich glaub' mich zieht's zum Kiez:
Hamburgs erste Kiez-Cam - immer live und direkt vom Schmidts TIVOLI. Hier können Sie sehen was auf Hamburgs heißester Straße los ist.
(Tip: Den Link im neuen Fenster öffnen, dort die Kamera anklicken und solange sie lädt bis sie schwenkt hier weiterlesen).
http://www.tivoli.de/kiezcam/


Sammlung über Erwin Ross und seinen Postern (s.u.): Der Rubens der Reeperbahn:
http://wopersnow.de/eross/er_pup.htm

Absolut bunte und super schräge Seite mit Musik, vielen Links zu allem, was Sache ist. Ein Muß für jeden, der Internetanschluß hat!
http://www.hamburg-hafenrand.de/reepbahn.htm

Veranstaltungsplan und Kartenbestellung Grosse Freiheit 36:
http://www.grossefreiheit36.de/

St.Pauli ist unsterblich. Es ist voller Originale, und die Reeperbahn - der hellerleuchtete Boulevard zwischen Millerntor und Nobistor - ist ihre Lebensader - bunt, laut und eigenwillig.

Die Reeperbahn, die "geile Meile" is' ne Gangsterbraut. Nachts schmeißt Sie sich in Schale und morgens ist Sie aschfahl. Heute noch liegen an ihrer Seite das Café Keese und das Millerntorhochhaus, und morgen schon: tschüs, AUS UND VORBEI!