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Als Porno-Star zeigte sie alles: Harten Sex in Detail-Aufnahmen, Posen in den irrsinnigsten Dessous. Vorbei. Heute ist Gina Wild, 30, dabei, eine ernsthafte Schauspielerin und Businessfrau zu werden.

Okay, Gina Wild wird sich die Rheinländerin, die mit bürgerlichem Namen Michaela Schaffrath heißt, weiterhin nennen. Ansonsten wirkt sie in Spielfilmen mit, ab 2. November ist sie in der SAT.1 Comedy-Show "BANZAI" zu sehen und in zehn Tagen wird sie ihren ersten Theater-Auftritt in Hannover absolvieren. Außerdem hat sie ein Buch geschrieben: "Ich, Gina Wild" (39 Mark, übers Internet zu bestellen unter www.my-favourite-book.com).


 
Mit dem Porno, sagt Gina Wild, hat sie abgeschlossen. Aber nicht mit der Erotik.


Ist Ihr Buch eine Abrechnung mit der Porno-Szene?
Nein, die kommt ganz gut dabei weg. Ich bin darauf gekommen, weil man mir ein Jahr nach dem Ausstieg immer noch die gleichen Fragen stellt. Das Buch soll eine Antwort darauf geben, wie ich zum Porno gekommen bin, was mein Mann dazu sagte, ob ich Spaß beim Filmen hatte.
Das wollen wir auch wissen. Hatten Sie Spaß beim Porno?
Ja, und wie! Ich finde, das ist die wichtigste Voraussetzung, dass man es machen kann. Wenn da kein Gefühl ist, geht es nicht. Wenn es nicht aus der Hose kommt, dann sollte man es besser lassen.
Die Männer in Pornos sehen meist zum Lesbischwerden aus.
Ich hatte Glück, durch meine Exklusivität durfte ich mir die Partner aussuchen. Aber das Spektrum an guten Männern ist recht klein in der Hardcore-Branche. Es gibt zwar viele, die es machen wollen, aber die sehen meist zum Fürchten aus.
War das ein Grund, aufzuhören?
Nur zu zehn Prozent. Da hätte man schon was tun können. Ich hätte zu meiner Produktionsfirma sagen können, Leute, ich will ein Gina-Wild-Casting machen, alle Jungs, die Bock haben mit mir zu drehen, sollen sich melden.
Schöner Gedanke, eigentlich.
Nicht wahr? Aber ich glaube, das müssen andere Porno-Stars nach mir machen, ich habe einen endgültigen Schlussstrich gezogen.
War Ihr Mann eifersüchtig?
Nein, er war sogar der Initiator, er hat mich in diese Welt eingeführt, wir haben sehr viele Pornos konsumiert. Ich bin davon überzeugt, dass in jedem Mann so ein Wunsch schlummert, seine Partnerin wäre auch so drauf und könnte das alles, was in Pornos abgeht mit ihr ausleben.
Heißt das, er hat Sie dazu gedrängt?
Nein, ich tue gar nichts, was ich nicht will. Ich habe selbst Blut geleckt. Und das Ganze passte auch zu uns: Er ist der geborene Voyeur, ich bin die geborene Exhibitionistin. Wir haben uns gefunden wie Topf und Deckel.
Müssen Sie Ihrem Mann jetzt treu sein?
Ich war meinem Mann immer treu, auch während der Porno-Zeit. Wir sind seit 12 Jahren zusammen und haben eine andere Definition von Treue.

Sie trennen Liebe und Sex?
Genau. Kann schon sein, dass noch was passiert, wenn mich einer sexuell reizt - so lange mein Mann dabei ist. Aber wir haben nicht jeder noch nebenher was laufen oder so.
Handelt Ihr Buch hauptsächlich von Erotik?
Klar, es ist ein Genuss, das zu lesen. Ich beschreibe mein erstes Mal, Erfahrungen mit Frauen oder zwei Männern, was am Porno-Set so abgeht. Ich habe wirklich nicht gespart, vielleicht empfinden es manche Leute auch als zu hart. Aber ich habe jahrelang Hardcore gemacht, soll ich jetzt über Blümchensex reden?
Sie spielen jetzt Theater - hat das was mit Sex zu tun?
Vom Titel her schon. Es ist ein Zwei-Personen-Stück von Detlef Bothe und heißt "Pornostars mit Liebeskummer". Zwei Pornostars reden in der Pause über ihre Sorgen. Es gibt auch eine Szene, wo ich ihn anblase, aber das wird nur gespielt. Es ist ernsthaftes Theater.
Ein Stück aus Ihrem Leben?
Nicht direkt, ich bin mit meinem Mann glücklich, Liebeskummer kenne ich nicht. Aber ich freue mich, dass ich mitmachen darf. Man lernt als Schauspieler am meisten am Theater. Wir wollen damit auch irgendwann in Berlin gastieren. Ich bin schon wahnsinnig aufgeregt.

Fällt Ihnen der Text leicht?
Es ist natürlich was anderes als beim Porno-Filmen, stöhnen braucht man nicht zu proben. Aber ich war immer gut im Auswendiglernen, den Text kann ich. Frage ist nur, ob ich ihn noch weiß, wenn das Rampenlicht angeht.
Reich werden Sie mit dem Job wahrscheinlich nicht.
Das haben mich viele gefragt, ob ich denn bescheuert bin, ich hätte mit Porno noch einen Haufen Geld verdienen können, hätte Gina-Wild-Shops aufmachen können.
Und? Keine Lust?
Nein, das hätte mich nicht gefordert. Ich habe beim Porno alles ausgeschöpft was ging. Und als dann das Angebot des Regisseurs Marcus Rosenmüller kam, in den Filmen "Der Tote Taucher im Wald" und "Nick Knatterton" mitzumachen, merkte ich, dass ich richtig schauspielern kann. Und dann war der Entschluss sofort da, mit Porno aufzuhören.
Und wenn Ihnen jetzt der Playboy ein Angebot macht?
Da würde ich bestimmt nicht Nein sagen, die machen einfach herrliche Fotos. Ich zeige meinen Körper immer noch gern, auch zu offiziellen Anlässen gehe ich ja nicht im Rollkragen-Pullover. Nur meinen Fans würde es nicht viel bringen. (Sie prustet vor Lachen) Die kennen mich ja schon in und auswendig!

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